


PAL
1986-1990er Jahre
MII ist ein professionelles analoges Videokassettenformat, das 1986 von Panasonic als Konkurrenzformat zu Sonys Betacam SP entwickelt wurde. Technisch ähnelte es Betacam SP: Es verwendete ein Metallband in der Kassette und zeichnete Komponentenvideo auf. MII wird manchmal fälschlicherweise als M2 bezeichnet; die offizielle Bezeichnung verwendet römische Ziffern und wird „em tú“ ausgesprochen.
So wie Betacam SP eine verbesserte Version seines Vorgängers Betacam (der ursprünglich von Betamax abgeleitet war) mit besserer Bild- und Tonqualität war, so war MII eine verbesserte Version des erfolglosen M-Formats (das auf VHS basierte).
Es gab zwei Größen von MII-Kassetten: eine größere, die ungefähr die Größe einer VHS-Kassette hatte und eine Aufnahmezeit von etwa 90 Minuten bot, und eine kleinere, die etwa halb so groß war und eine Aufnahmezeit von etwa 20 Minuten ermöglichte – in dieser Größe wurden auch die Kassetten zur Kopfreinigung ausgeliefert.
Panasonic produzierte sowohl stationäre MII-Schneide- und Wiedergabegeräte, die beide Kassettengrößen akzeptierten, als auch tragbare Aufnahmegeräte, die ausschließlich die kleinere Kassette verwendeten.
Das MII-Format war rein analog und verfügte über vier Audiokanäle. Insgesamt wurden sechs Tonspuren auf dem Band aufgezeichnet: zwei mit beweglichen und vier mit festen Tonköpfen. Im Gegensatz zum M-Format war das MII anfangs recht erfolgreich, doch schon bald traten Probleme auf: mangelhaftes Marketing, unzureichender Kundenservice und Kommunikation seitens Panasonic und des Mutterkonzerns Matsushita sowie – und dies war das größte Problem – fehlende Service- und Reparaturleistungen.
Daher war MII bei weitem nicht so erfolgreich wie Betacam SP.
