


PAL & NTSC
2003–2016
HDV ist ein Videoformat zur Aufzeichnung von hochauflösendem (HD) Video auf DV-Kassetten. Es wurde ursprünglich von JVC entwickelt und später von Sony, Canon und Sharp übernommen. Die vier Unternehmen gründeten im September 2003 das HDV-Konsortium. Ziel war die Entwicklung eines kostengünstigen HD-Formats für digitale Handcamcorder. Dank seiner niedrigen Kosten, der Portabilität und der oft für professionelle Produktionen akzeptablen Bildqualität erfreute sich HDV schnell großer Beliebtheit bei Amateur- und Profi-Videografen.
HDV kodiert Video und Audio digital mit verlustbehafteter Interframe-Kompression. Der Videokompressionsstandard ist H.262/MPEG-2. Farbabtastung: 8 Bit, 4:2:0 Chrominanz. Stereo-Audio wird mit MPEG-1 Layer 2 komprimiert. Die komprimierten Audio- und Videodaten werden in einen MPEG-2-Transportstrom gemultiplext, der typischerweise auf Magnetband gespeichert, aber auch als Computerdatei gesichert werden kann. Die Audio- und Videodatenrate ist konstant und entspricht in etwa der des DV-Formats. Die HDV-Audiobitrate (384 kbit/s) ist relativ hoch und bietet verlustfreie Klangqualität auf wahrnehmbarer Ebene.
Es gibt zwei Hauptversionen von HDV: HDV 720p (progressiv, JVC) und HDV 1080i (interlaced, Sony). Sony wandelte JVCs ursprüngliches progressives Scan-Format in ein Interlaced-Format um, was lange Zeit ein sinnvoller Kompromiss war: Es ermöglichte flüssigere Bewegungen bei geringerer Bandbreite. Obwohl Interlaced-Displays heute kaum noch verwendet werden, sind sie in der Aufzeichnungs- und Sendekette weiterhin präsent.
Mit dem Aufkommen digitaler Filmproduktion und Internetvideos ist die Nachfrage der Verbraucher nach progressiver Aufzeichnung gestiegen, und der progressive Modus wurde optional in den 1080i-HDV-Standard integriert. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle HDV-1080i-Kameras oder -Player die native progressive Aufzeichnung/Wiedergabe unterstützen.
HDV-1080i-Kameras (oder neuere HDV-1080-Kameras) können im progressiven Modus aufzeichnen: 23,98 Bilder/s („24p“) und 29,97 Bilder/s („30p“) für 60-Hz-Regionen, 25 Bilder/s („25p“) für 50-Hz-Regionen. Die Videoausgabe erfolgt über den i.LINK-Anschluss (FireWire) im echten progressiven Format und über andere Verbindungen im Interlaced-Modus, um die Kompatibilität mit älteren Geräten zu gewährleisten.
Viele Sony HDV-Geräte können auch im DVCAM-Format aufnehmen und wiedergeben. Eine MiniDV-Kassette fasst etwa eine Stunde HDV-Material. Die größere DV-Kassette bietet Platz für bis zu 4,5 Stunden. HDV wird – mit einigen Einschränkungen – auch für Fernsehsendungen akzeptiert.
